Warum Nachfolgeplanung jetzt beginnen?
In der Schweiz stehen in den nächsten zehn Jahren über 70'000 KMU vor einer Nachfolgeregelung. Viele Inhaber wissen das — aber wenige bereiten sich rechtzeitig vor. Die Folge: stressige Übergaben, unnötig tiefe Kaufpreise und im schlimmsten Fall das Lebenswerk, das einfach endet.
Die gute Nachricht: Mit frühzeitiger Planung können Sie den Prozess kontrollieren, den Wert Ihres Unternehmens optimieren und Ihren Mitarbeitern und Kunden eine gute Lösung bieten.
Diese Checkliste gibt Ihnen die 12 wichtigsten Schritte an die Hand.
Die 12 Schritte zur erfolgreichen Nachfolge
Schritt 1: Persönliche Klarheit schaffen ✓
Bevor Sie irgendetwas anderes tun: Klären Sie Ihre eigenen Ziele.
- Was wollen Sie nach dem Verkauf tun?
- Wie wichtig ist Ihnen der Kaufpreis vs. die Weiterführung des Unternehmens?
- Möchten Sie in der Übergabephase mitarbeiten — und wie lange?
- Was ist Ihr persönliches «Minimum» finanziell?
Zeitrahmen: 1–3 Monate
Schritt 2: Unternehmenswert ermitteln ✓
Ohne eine fundierte Bewertung verhandeln Sie blind. Lassen Sie Ihr Unternehmen professionell bewerten — oder nutzen Sie Remy für eine kostenlose KI-Erstbewertung als ersten Anhaltspunkt.
Wichtige Kennzahlen, die Käufer interessieren: - Umsatz der letzten 3–5 Jahre - Normalisierter EBIT - EBITDA-Marge - Kundenliste und Konzentration - Mitarbeiterfluktuation
Zeitrahmen: 1–2 Monate
Schritt 3: Finanzen aufbereiten ✓
Bereiten Sie Ihre Finanzdaten so auf, dass ein externer Käufer sie versteht und vertraut:
- Jahresabschlüsse der letzten 3–5 Jahre (geprüft wenn möglich)
- Aktuelle Bilanz und Erfolgsrechnung
- Normalisierungstabelle (private Fahrzeuge, Unternehmerlohn, Einmaleffekte)
- Liquiditäts- und Working-Capital-Entwicklung
- Pending oder mögliche Steuerforderungen klären
Zeitrahmen: 2–4 Monate
Schritt 4: Inhaberabhängigkeit reduzieren ✓
Dies ist oft der wichtigste Werttreiber überhaupt. Käufer fragen sich: «Wenn der Inhaber geht — was passiert dann?»
Massnahmen: - Schlüsselprozesse dokumentieren (Handbücher, SOPs) - Führungsverantwortung delegieren - Kundenbeziehungen auf das Team übertragen, nicht nur auf Sie - Stellvertreter aufbauen und sichtbar machen - Wichtige Lieferantenverträge auf das Unternehmen (nicht auf Sie persönlich) umschreiben
Zeitrahmen: 6–18 Monate (je früher, desto besser)
Schritt 5: Rechtliches klären ✓
Hängende Risiken reduzieren den Kaufpreis oder verhindern den Abschluss:
- Offene Rechtsstreitigkeiten identifizieren und wenn möglich lösen
- Verträge mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern auf Kündigungsklauseln prüfen
- Intellectual Property (Marken, Patente, Domains) auf das Unternehmen eintragen
- Mietverträge: Haben diese eine «Change of Control»-Klausel?
- Pensionskasse: Sind alle Verpflichtungen gedeckt?
Zeitrahmen: 3–6 Monate
Schritt 6: Steuerplanung ✓
Der Zeitpunkt und die Struktur des Verkaufs hat massive Steuerfolgen — lassen Sie sich frühzeitig beraten:
- Private Kapitalgewinne aus Privatvermögen sind in der Schweiz steuerfrei (wenn kein «gewerbsmässiger Wertschriftenhandel»)
- Holdingstruktur kann sinnvoll sein — muss aber rechtzeitig aufgebaut werden
- AHV-Beiträge auf den Kaufpreis bei Einzelfirmen beachten
- Indirekte Teilliquidation: Fallstricke beim Kauf eigener Aktien kennen
Zeitrahmen: 6–12 Monate vor dem Prozess, Steuerberater einbeziehen
Schritt 7: Nachfolge-Optionen prüfen ✓
Es gibt mehr Optionen als «an jemand Fremdes verkaufen»:
| Option | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Familieninterne Übergabe | Kontinuität, einfacher Prozess | Oft emotionale Spannungen, Preis nicht immer marktkonform |
| Management Buy-Out (MBO) | Team übernimmt, kennt das Unternehmen | Finanzierungsbedarf oft hoch |
| Strategischer Käufer | Höchster Preis, Synergien | Kultureller Wandel möglich |
| Private Equity | Professionell, schneller Prozess | Gewinnorientiert, kürzerer Horizont |
| Börsengang (IPO) | Grosse Liquidität | Nur für Unternehmen ab CHF 50+ Mio. Umsatz sinnvoll |
Schritt 8: M&A-Berater evaluieren ✓
Ab einem Unternehmenswert von ca. CHF 2–3 Mio. zahlt sich ein professioneller M&A-Berater aus. Kriterien:
- Branchenerfahrung und Referenzen
- Schweizer Marktkenntnisse
- Netzwerk zu relevanten Käufern
- Honorarstruktur: Success-Fee (2–4% des EV) ist marktüblich
- Chemie und Vertrauen — Sie arbeiten 12–24 Monate eng zusammen
Schritt 9: Vertraulichkeit schützen ✓
Der häufigste Fehler: Zu viele Menschen erfahren zu früh vom Verkaufswunsch.
Regeln: - NDA vor jeder Informationsweitergabe - Mitarbeiter erst informieren, wenn der Deal praktisch fix ist (oder früher aus strategischen Gründen) - Kunden und Lieferanten erst beim Closing informieren - Keine Andeutungen im persönlichen Umfeld — Gerüchte verbreiten sich schnell
Schritt 10: Datenraum aufbauen ✓
Ein gut strukturierter virtueller Datenraum beschleunigt die Due Diligence und zeigt Professionalität:
- Finanzdaten (Jahresabschlüsse, Steuern, Lohnliste)
- Rechtliche Dokumente (Statuten, Gesellschaftsvertrag, wesentliche Verträge)
- HR (Organigramm, Arbeitsverträge Schlüsselpersonen, Pensionskasse)
- Operatives (Prozessdokumentation, IT-Systeme, Mietverträge)
- Markt (Kundenliste anonymisiert, Wettbewerbsübersicht)
Schritt 11: Übergabeplan entwickeln ✓
Käufer fragen: «Wie stelle ich sicher, dass das Unternehmen nach dem Verkauf erfolgreich bleibt?»
Ein guter Übergabeplan enthält: - Ihre Verfügbarkeit in der Übergangsphase (typisch 6–24 Monate) - Wer die Schlüsselkunden kennt und betreut - Kritische Wissensträger identifiziert und Abhängigkeit reduziert - Meilensteine für die Übergabe (monatlich)
Schritt 12: Emotional loslassen ✓
Dieser Schritt wird unterschätzt — und ist oft der schwierigste. Ihr Unternehmen ist nicht mehr Ihr Unternehmen. Der Käufer wird Dinge anders machen.
Tipps: - Sprechen Sie mit anderen Unternehmern, die bereits verkauft haben - Definieren Sie klare Grenzen der Einmischung nach dem Abschluss - Planen Sie konkret, was Sie danach tun wollen — das macht das Loslassen leichter
Zeitplan für die Nachfolgeplanung
| Phase | Zeitpunkt | Dauer |
|---|---|---|
| Persönliche Klärung & Erstbewertung | T−36 Monate | 2–3 Monate |
| Wertsteigerung & Vorbereitung | T−30 Monate | 12–18 Monate |
| Steuerplanung & Rechtsklärung | T−24 Monate | 6–12 Monate |
| M&A-Berater mandatieren | T−18 Monate | 1–2 Monate |
| M&A-Prozess (Ansprache bis BO) | T−12 Monate | 6–9 Monate |
| Due Diligence & Verhandlung | T−6 Monate | 3–4 Monate |
| Closing & Notarakt | T | 1–2 Monate |
| Übergabephase | T+12 bis T+24 | 12–24 Monate |
Ihr erster Schritt heute
Die meisten Inhaberinnen und Inhaber beginnen die Nachfolgeplanung zu spät — im Durchschnitt 3 Jahre nach dem optimalen Zeitpunkt. Der beste Moment zu starten war vor 3 Jahren. Der zweitbeste ist heute.
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