Was ist mein Unternehmen wert?

Diese Frage stellen sich Tausende Schweizer KMU-Inhaber jedes Jahr. Ob Sie aktiv über einen Verkauf nachdenken, die Nachfolge planen oder schlicht wissen wollen, was Ihr Lebenswerk wert ist — eine solide Unternehmensbewertung ist der erste Schritt.

Die gute Nachricht: Es gibt bewährte Methoden. Die schlechte: Der «richtige» Wert hängt von Perspektive, Methode und Käufertyp ab. In diesem Artikel erklären wir die drei wichtigsten Bewertungsansätze, die auch Schweizer M&A-Berater verwenden.


Die drei wichtigsten Bewertungsmethoden

1. DCF-Methode (Discounted Cash Flow)

Die DCF-Methode gilt als konzeptionell korrekteste Methode: Sie berechnet den Barwert aller zukünftigen freien Cashflows des Unternehmens.

Wie funktioniert das?

  1. Basierend auf den letzten 2–5 Jahren werden zukünftige Cashflows prognostiziert.
  2. Diese werden mit einem risikoadjustierten Zinssatz (WACC) auf heute abdiskontiert.
  3. Hinzu kommt ein Terminalwert, der den Wert «für immer» ab dem Prognosehorizont schätzt.

Beispiel: Ein Maschinenbau-KMU mit CHF 500'000 normalisierten EBIT und 5% WACC erzielt einen DCF-Wert von ca. CHF 4–6 Mio.

Stärke: Berücksichtigt das individuelle Wachstumspotenzial.
Schwäche: Sehr sensitiv gegenüber Annahmen — kleine Änderungen im WACC können den Wert um 20–30% verschieben.


2. EBIT-Multiples (Branchenvergleich)

Die praktisch am häufigsten verwendete Methode im Schweizer KMU-Segment. Der Unternehmenswert (Enterprise Value, EV) wird als Vielfaches des normalisierten EBIT berechnet:

EV = EBIT × Branchenmultiple

Typische Schweizer KMU-Multiples (2025):

Branche EBIT-Multiple (Spanne)
IT / Software 8–15×
Beratung / Dienstleistung 4–8×
Produktion / Industrie 5–8×
Handel / Distribution 4–6×
Bau / Handwerk 3–5×
Gastronomie / Hotellerie 3–5×

Wichtig: Der EBIT muss normalisiert werden. Das bedeutet: Marktkonforme Unternehmerlohnkorrektur, Bereinigung um einmalige Erträge und Aufwände, Anpassung allfälliger privater Nutzungen.


3. Eigentümer-Cashflow-Methode

Besonders relevant für kleinere KMU (unter 10 Mitarbeitende, Inhaberbetriebe). Hier wird der tatsächlich ausgeschüttete Cashflow an den Eigentümer als Basis genommen — nicht der bilanzielle EBIT.

Diese Methode ist realistischer für Käufer, die das Unternehmen selbst führen werden (sog. «owner-operator»), weniger relevant für strategische Käufer oder Private Equity.


Was den Wert treibt — und was ihn hemmt

Werttreiber (+)

  • Wiederkehrende Umsätze: Langfristige Verträge, Abonnements, Service-Level-Agreements
  • Geringe Kundendiversifikation: Kein Kunde über 20% des Umsatzes
  • Skalierbarkeit: Wachstum ohne proportionalen Kostenzuwachs
  • Starke Marke oder IP: Lokale Bekanntheit, Patente, proprietäre Prozesse
  • Unabhängigkeit vom Inhaber: Kann das Unternehmen ohne Sie laufen?

Wertbremsen (−)

  • Inhaberabhängigkeit: Wenn Sie gehen, gehen auch die Kunden
  • Konzentration: Ein Grosskunde macht 50% des Umsatzes
  • Rückläufige Margen: EBIT-Trend sinkt in den letzten 3 Jahren
  • Rechtsrisiken: Hängige Streitigkeiten, unklar geregelte Verträge
  • Veraltete Technologie oder Infrastruktur

Der normalisierte EBIT — der Kern jeder Bewertung

Viele KMU-Inhaber zahlen sich selbst zu wenig oder zu viel. Bei der Bewertung muss der EBIT auf einen «marktkonforme Unternehmerlohn» normalisiert werden.

Faustregel für die Schweiz (2025):

Umsatz Marktkonformer CEO-Lohn
bis CHF 1 Mio. CHF 120'000–150'000
CHF 1–3 Mio. CHF 150'000–180'000
CHF 3–10 Mio. CHF 180'000–260'000
über CHF 10 Mio. CHF 260'000–350'000

Zahlen Sie sich mehr, wird der EBIT nach oben normalisiert. Zahlen Sie sich weniger (typisch bei Inhaberbetrieben), wird er nach unten korrigiert — der Käufer muss ja einen Ersatz-CEO bezahlen.


Was ist die richtige Methode für Ihr Unternehmen?

Es gibt keine «eine» richtige Methode. Professionelle M&A-Berater verwenden immer mehrere Ansätze und bilden eine Bandbreite:

  • DCF für zukunftsorientierte Einschätzung
  • EBIT-Multiples für Marktvergleich und Plausibilitätsprüfung
  • Eigentümer-Cashflow für Kleinbetriebe und Inhaber-Käufer

Die Spanne der drei Methoden gibt Ihnen eine realistische Bandbreite — und zeigt, in welchen Szenarien (konservativ, Basis, optimistisch) welcher Wert erzielt werden kann.


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